05. März 2026

Wie gelingen gute Customer Journey Workshops? 10 Fragen und Antworten von der Expertin

Viele Unternehmen investieren in Google Ads, Social Media Kampagnen oder Marketing Automation, doch die Resultate bleiben hinter den Erwartungen zurück. Leads werden teurer, Botschaften wiederholen sich und die Strategie wirkt fragmentiert. Woran liegt das?

Oft fehlt die strategische Basis: ein klares Verständnis der Zielgruppen, ihrer Bedürfnisse und der richtigen Botschaften entlang der Customer Journey.

Wir haben mit Christa Husmann, Performance Marketing Expertin bei Standout, gesprochen. Sie begleitet Unternehmen in strukturierten Customer Journey Workshops dabei, ihre Marketingstrategie von Grund auf neu auszurichten, datenbasiert, praxisnah und umsetzungsorientiert.

Frage 1: Was ist das Ziel eines Customer Journey Workshops? #

Christa Husmann: Das zentrale Ziel ist ein kanalübergreifendes Gesamtkonzept. Am Ende soll klar sein, welche Zielgruppe wir ansprechen, über welche Online Marketing Kanäle wir sie erreichen, welche Botschaften relevant sind und wie Budgets sinnvoll verteilt werden.

Wir erarbeiten nicht einfach theoretische Profile, sondern konzentrieren uns auf die Punkte, die für Performance Marketing wirklich entscheidend sind: Bedürfnisse, Einwände, Barrieren und Motivationen. Daraus entstehen konkrete Kernbotschaften, die später direkt in Anzeigen eingesetzt werden können.

Frage 2: Wer sollte am Workshop teilnehmen? #

Ideal ist eine Mischung aus Marketing, Vertrieb und Entscheidern.

Das Marketingteam kennt die Umsetzung und die Kanäle. Personen mit direktem Kundenkontakt bringen wertvolle Insights aus dem Alltag mit. Sie wissen, welche Fragen und Einwände Kunden wirklich haben. Und Entscheider helfen dabei, Prioritäten und Budgets realistisch zu setzen. Gerade diese Kombination sorgt dafür, dass man nicht nur theoretisch diskutiert, sondern praxisnahe Lösungen entwickelt.

Frage 3: Für welche Unternehmen lohnt sich ein Customer Journey Workshop besonders? #

Vor allem für Unternehmen, deren Performance stagniert. Viele Teams merken irgendwann, dass sie immer dieselben Botschaften verwenden und neue Ideen fehlen. Oder Kampagnen laufen, aber die Leadgenerierung wird nicht besser. Dann hilft es, einen Schritt zurückzugehen und das Fundament neu zu denken. Oder wenn eine Zielgruppendefinition besteht, aber nicht gelebt wird. Weniger geeignet ist ein Customer Journey Workshop für Unternehmen, die aktuell keine internen Ressourcen für die Umsetzung bereitstellen können, denn ohne konsequente Umsetzung bleibt selbst die beste Strategie wirkungslos.

Frage 4: Wie unterscheidet sich euer Ansatz von internen Persona-Meetings? #

Der wichtigste Unterschied ist die externe Perspektive. Wir kommen mit einer klaren Performance Marketing Brille und stellen Fragen, die intern oft gar nicht gestellt werden. Teams sind häufig in ihrer eigenen Denkweise gefangen. Von aussen lassen sich Annahmen besser hinterfragen. Zudem bringen wir eine strukturierte Methodik mit, die den Prozess effizienter macht. Ziel ist es, in kurzer Zeit zu konkreten, umsetzbaren Ergebnissen zu kommen, statt sich in langen Diskussionen ohne greifbaren Output zu verlieren.

Frage 5: Wie läuft ein typischer Workshop ab? #

Zu Beginn definieren wir die Ziele: Welche Produkte oder Dienstleistungen stehen im Fokus?

Danach arbeiten wir die wichtigsten Personas heraus, analysieren ihre Bedürfnisse und Barrieren und setzen diese in Relation mit den Pains & Gains und USP des Unternehmens. Anschliessend schauen wir uns an, über welche Kanäle wir diese Zielgruppen sinnvoll erreichen, zum Beispiel über Google Ads, Meta Ads oder andere Online Marketing Kanäle.

Im nächsten Schritt entwickeln wir pro Persona konkrete Botschaften und diskutieren die Tonalität. Zum Schluss priorisieren wir Budgets und Massnahmen.

Der Workshop dauert in der Regel zwei bis vier Stunden. Danach strukturieren wir die Ergebnisse weiter und bereiten sie so auf, dass sie direkt in Kampagnen umgesetzt werden können.

Frage 6: Was passiert nach dem Workshop? #

Der Workshop ist die strategische Grundlage. Darauf aufbauend entstehen konkrete Performance Marketing Kampagnen. Die Botschaften werden in Anzeigen übersetzt, Creatives werden produziert und die Massnahmen in Tools wie Google Ads oder Social Media Advertising ausgerollt.

Frage 7: Wie stellt ihr sicher, dass nicht nur oberflächliche Aussagen entstehen? #

Der Schlüssel liegt im Fokus auf echte Kundenprobleme.

Wir arbeiten gezielt mit Pains und Gains und fragen nach realen Erfahrungen aus dem Vertrieb oder Support. Dadurch entstehen konkrete Aussagen statt allgemeiner Marketingfloskeln. Wenn man versteht, was Kunden wirklich beschäftigt, lassen sich deutlich relevantere Botschaften entwickeln und genau diese sind entscheidend für erfolgreiche Leadgenerierung.

Fazit: Strategie ist die Grundlage für wirksames Performance Marketing #

Das Gespräch zeigt: Erfolgreiches Performance Marketing beginnt nicht bei Anzeigen oder Kanälen, sondern bei einer klaren strategischen Basis. Erst wenn Zielgruppen, Bedürfnisse, Botschaften und Customer Journey sauber definiert sind, können Google Ads, Social Media Kampagnen und Marketing Automation ihr volles Potenzial entfalten. Unternehmen, die strukturiert vorgehen, Budgets gezielt priorisieren und ihre Kommunikation konsequent aus Kundensicht entwickeln, schaffen die Grundlage für relevantere Kampagnen, bessere Leadgenerierung und nachhaltiges Wachstum.

 

Martin Kost

Über den Autor 

Martin Kost ist Inhaber der Online Marketing Agentur Standout, schreibt seit 2011 über Online Marketing Themen und ist Autor des Buches „Überzeugen im Web“.

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