Was macht ein Intranet sozial?

Intranet 2.0, Enterprise 2.0, Wissensmanagement 2.0, Collaboration Platform oder Social Intranet. Die Aufzählung liesse sich beliebig fortsetzen. „2.0“ soll es sein, „Social“ und die „Collaboration“ soll es fördern. Neudeutsche und vielfach marketinggetriebene Bezeichnungen, die ausdrücken wollen, dass… ja was wollen diese Begriffe eigentlich genau ausdrücken?

Es gibt zu jedem einzelnen Begriff so viele Erklärungsversuche, wie es Autoren gibt – und nach dem Lesen dieser Erklärungen und Definitionen bin ich häufig nicht viel schlauer als vorher. Verwirrt und jeweils um rund ein Dutzend neuer verschwommener Begriffe reicher trifft es in der Regel eher.

Deshalb: Ein Intranet ist für mich dann sozial, wenn es folgende Merkmale erfüllt.

1. Der Mitarbeiter erhält die Möglichkeit, ein persönliches Profil zu anzulegen und damit eine eigenständige Identität innerhalb des Unternehmens zu schaffen.

2. Der Mitarbeiter kann selbstständig ein eigenes, für sich und seine Arbeit sinnvolles Netzwerk zu anderen Mitarbeitern aufbauen und pflegen.

3. Der Mitarbeiter kann (bis zu einem bestimmen Grad) selber bestimmen, welche Informationen er mit wem teilen und vom wem erhalten möchte. Er betreibt sein eigenes, organisationsunabhängiges Informationsmanagement und stellt dadurch sicher, dass die Informationen, die er bereitstellt, in adäquater Form an die richtigen Stellen gelangen. Umgekehrt erhält er genau die Informationen, die für seine tägliche Arbeit und seine Entwicklung (informelles Lernen) wichtig sind.

4. Der Mitarbeiter kann über unterschiedliche Kanäle und auf unkomplizierte Art und Weise mit Kollegen, Vorgesetzten oder der Geschäftsleitung kommunizieren.

5. Der Mitarbeiter kann synchron und ortsunabhängig mit seinen Teamkollegen und Projektmitarbeitern zusammenarbeiten (Collaboration).

Das sind alles Bausteine und Möglichkeiten, die Digital Natives und zu einem beachtlichen Teil auch Digital Immigrants als selbstverständlich betrachten und in ihrem Privatleben täglich und erfolgreich einsetzen. Zu jedem der 5 weiter oben erwähnten Punkte gibt es im „richtigen Leben“ dutzende von Tools und Plattformen (von Facebook über Twitter zu Google Docs oder Office 365, um nur ein paar bekanntere Vertreter zu nennen), die einfach zu bedienen, sehr erfolgreich und – hier kommt’s – häufig kostenlos oder -günstig und vorallem produktivitätsfördernd sind. Sowohl Digital Natives als auch Digital Immigrants erwarten diese Möglichkeiten heutzutage auch an ihrem Arbeitsplatz und damit von ihrem Arbeitgeber.

Wir brauchen wohl nicht mehr lange jedes Mal ein „Social“ vor oder ein „2.0“ nach „Intranet“ zu platzieren, wenn wir die weiter oben stehenden Funktionen und Merkmale mit einbeziehen möchten. „Social“ wird selbstverständlich. Menschen funktionieren so.

Thomas Weber, Standout

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